Tag 11+12 - Und wieder zurück...

Nachdem ich also letzte Nacht durchgemacht habe, machte ich mich kurz nach 4 AM kalifornischer Zeit auf zum Flughafen. Der Checkout am Hotel verlief schnell und ohne Probleme und ein Taxi stand auch schon vor der Tür, eigentlich für jemand anderen, aber mit mir gab sich der Fahrer auch zufrieden. Am Flughafen war ich erstmal verwirrt, da dort der Check-In via PCs gemacht wurde. Wie man den Reisepass in den Scanner steckt, war leider nicht angegeben, so dass ich ca. 5 Versuche brauchte, um auch das zu bewerkstelligen. Danach musste ich mir noch Plätze für meine Flüge aussuchen. Zuerst ging es nach Chicago, von dort dann nach Frankfurt und zuletzt schließlich nach Leipzig. Da aber der letzte Flug mit der Lufthansa durchgeführt wird, konnte ich dafür noch kein Ticket ergattern. Das muss ich wohl dann erst in Frankfurt irgendwie bekommen, aber da habe ich auch 4 Stunden Zeit dafür. Am Los Angeles Flughafen war zu dieser Stunde schon viel Betrieb, was mich sehr erstaunte, aber es ging schnell voran und mir blieben fast zwei Stunden bis mein Flug losging. Diese Zeit nutzte ich, um mal kurz bei Mc Donalds einzuchecken. Hier gab es schon die nächste Überraschung: Keine Cheese- oder gar Hamburger. Und sowas soll ein Mc Donalds sein? Naja, ich habe mir dann irgendwelche Teigwaren und eine Cola bestellt und mich vorm Gate meines Fluges bequem gemacht.

Der Flug kam pünktlich, ging aber eine halbe Stunde verspätet los, da der Boardcomputer abgestürzt war. Musste wohl Windows sein, wenn der Reboot so lange dauerte, aber immerhin steuerte der Computer den ganzen Flug von selbst. Wir kamen trotzdem pünktlich in Chicago an, wo ich eine kurzen Spaziergang zum nächsten Gate unternahm. Nach einer Stunde Warten ging es dann auch schon wieder weiter. Nun sitze ich im Flugzeug und schreibe diese Zeilen. Wir haben es 8 PM nach der Zeitzone von Chicago, das entspricht 3 Uhr MEZ. In ca. 2,5 Stunden sind wir dann in Frankfurt, vorher soll es noch Frühstück geben. Diese Zeitumstellungen sind echt nervig und ich fühle mich auch total komisch. Ich müsste seit 35 Stunden nicht mehr in einem Bett geschlafen haben, fühle mich aber recht fit und wach, wie als wäre ich gerade aufgestanden. Auf dem ersten Flug habe ich gut gedöst, jetzt kann ich das aber nicht. Die Ruhe findet man hier auch nicht, da ab und zu ein Baby schreit, ein Kind durch die Gänge läuft oder der Pilot zum Anschnallen bittet. Hier ist mehr los, als man sich vorstellen kann. Später mehr!

Ich kam dann früh halb 6 in Frankfurt an und hatte dann noch 4 Stunden Zeit, bis mein Leipzig-Flug eintreffen sollte. Ich trödelte so durch den Frankfurter Flughafen Richtung den A Gates, denn dort sollte irgendwo meine Maschine abgehen. Da holte ich mir meine Boardkarte beim Lufthansa Schalter und wurde darauf hingewiesen, dass mein Gate am äußersten Ende sich befand. Mehr als ein Kilometer Fußmarsch, aber ich hatte ja genug Zeit. Als ich das Gate erreichte, war nur ein weiterer Typ vor Ort. Ein Japaner, der sich, wie es sich später herausstellte, den gleichen Flug nahm. Denn zuerst kam noch ein Flug nach Milano an. Was mich verwunderte, war, warum mir nicht der 7:10 Flug nach Leipzig zugeteilt wurde. Den hätte ich auch locker schaffen können und müsste nicht ewig warten. Und hätte es doch noch Probleme gegeben, hätte ich dann noch bestimmt umbuchen können. Ich schlagte die Zeit tot, indem ich die FAZ las und bisschen rumdöste. Mein Flugzeug kam mit Verspätung an, aber schaffte es pünktlich nach Leipzig, wo dann auch alles glatt lief.

Das war also das endgültige Ende meiner Reise und mir gefiel sie sehr. Es freut mich, dass viele diesen Blog lasen und ihnen auch gefiel. Falls ich wieder so eine Art Reise unternehme, werde ich bestimmt auch wieder bloggen. Danke an allen Lesern! Bis zum nächsten Mal.

2 Kommentare 27.5.08 21:45, kommentieren

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Tag 10 - Ein gechilltes Ende der Pro Tour

Die Pro Tour ging heute ihrem Ende entgegen. Es standen noch die Top 8 Spiele und mein Sealed Turnier auf dem Plan. So versuchte ich beides unter einem Hut zu bringen und jede freie Minute damit zu verbringen die Top 8 zuzuschauen.

Früh traf ich auf Jan Ruess, der schon relativ zeitig an der Sight war. Er war sehr zuversichtlich und ruhig und meinte, dass das Reveillark Matchup, was er vor sich hatte, ein schweres Matchup werden kann (seine Testergebnisse zeigten ein 50:50 Matchup). Zu mir sagte er dann noch, dass er ein Game ihn schnell totkloppt, ein anderes ihn screwed und das letzte Game dann durch Skill gewinnt. So kam es dann auch, wie er uns dann am Abend erzählte.

Danach stieß er wieder auf Nakamura mit den Elfen, gegen den er schon an Tag 2 verlor. Diesmal wendete sich das Blatt und er konnte den Sieg erringen und ins Finale kommen.

Dort schließlich traf er erneut auf die Elfen pilotiert von dem Amerikaner Charles Gindy, der hier einige Fans hatte. Leider hatte der Elfen-Magier mehr Glück auf seiner Seite als unser deutscher Vertreter und gewann mit einem klaren 3:0. Jan kann sich aber über 22.000$ (abzüglich Steuern und Umrechnungskurs) freuen, sowie einer Menge Respekt in Form von Pro Punkten.


Das musste natürlich gefeiert werden und er lud uns dann im nahegelegen Fressladen ein. Er kam auch recht günstig davon, nur 75$ musste er für 8 Personen (mit Getränken) zahlen. Danach trennten sich unsere Wege und in ein paar Stunden mache ich mich auch auf zum Flughafen, genauer in ca. 6 Stunden. Die Zeit werde ich dadurch überbrücken, dass ich mir in Ruhe die Spiele von Jan Ruess nochmal angucke, da ich sie leider nicht ausführlich verfolgen konnte.

Aber nun zu meinem Plan Rating abzusahnen, um mir frühzeitig eine Qualifikation für die Nationals zu sichern. Leider ging er schief und ich kam nur zu einem 1:2 Drop. Deck war zwar besser als am Vortag, aber diesmal war das Glück gegen mich. Ich startete mit 1:0, zweites Match verlor ich dann dank mana flooded und screwed. Drittes dann schließlich dadurch, dass ich das lächerliche Flieger Deck mit zwei Champions abbekam und ich auch nur Dreck zog. Ich spielte ein Grün-Weißes Deck mit Rot-Splash. Es waren einige nette Karten dabei, unter anderem 2 Firespout, Kitchen Finks, 4 Mana 4/4 und 2x 5 Mana 5/5. Also im Grunde eigentlich genug, um das 3:0 zu schaffen (*vor den Kopf schlag*). Danach hatte ich keine Lust mehr, denn um jetzt noch genug Rating zu sammeln, müsste ich nach meiner Hochrechnung die nächsten 4 Spiele gewinnen. Das war in meinen Augen nicht mehr realistisch und ich gesellte mich zu den anderen Landsmänner und wir quatschten, spielten und feierten, was mir dann doch wesentlich besser gefiel.

So, also ich mache jetzt die Nacht durch und penne dann im Flugzeug, dann habe ich hoffentlich auch wieder den europäischen Schlaf-Rhythmus im Blut. Gute Nacht oder Morgen oder was auch immer!

1 Kommentar 26.5.08 07:06, kommentieren

Tag 9 - Jan Ruess in den Top 8

Von heut früh an verfolgte ich Jan Ruess Weg in die Top 8. Nach Runde 14 stand er 12:2 und war damit so gut wie in den Top 8. Runde 15 verlor er und die letzte Runde hat er gedrawt. Somit endete er mit 13:2:1. Morgen kämpft er dann um den Pokal und eine Menge Geld. Das werde ich natürlich verfolgen und nebenbei nochmal Sealed spielen.


(Nakamura gegen Jan Ruess)

Denn heute hatte ich schon einmal das Shadowmoor Sealed probiert und mit einem schlechten Deck 3:1 Drop gemacht. Mit einer guten Portion Glück und auch ein bisschen Können bin ich 3:0 gestartet. Im vierten Spiel war das Glück aber dann leider gegen mich und ich war zweimal mana screwed. Das Deck war ein Grün/Weißer Haufen mit mittelmäßigen bis guten Mid-Range Kreaturen und ein paar fetten Dingern an der oberen Manakurve. Das Deck hatte kein Removal und auch keine Spoiler. Allein der Druck durch die Kreaturen musste ausreichen. Runde 4 verlor ich dadurch, dass er mir in Spiel 2 und 3 jeweils das 9/9 Vieh vor die Nase legt und ich nicht rechtzeitig auf 5 Mana komme, um meine Fatties zu spielen.

Wenn ich morgen wieder ein 3:0 hinlegen würde, wäre das wahrscheinlich genug, um mich für die Nationals zu qualifizieren. Dann müsste ich wenigstens kein NatQ mitspielen und ich hätte hier doch noch magic-technisch etwas erreicht.

25.5.08 03:35, kommentieren

Tag 8 - Ein unzufriedenes 4:4

Wie man dem Titel schon entnehmen kann, bin ich mit 4:4 nicht für den zweiten Tag qualifiziert und am Ende Platz 195, was mir 3 Pro Punkte bringt. Dafür steht Jan Ruess mit 7:1 auf Platz 11 und Jim Herold mit 5:3 noch relativ gut da. Nur noch Andreas Müller ist auch Tag 2. Es folgt Magic-technisches Gelaber, das nicht-Kenner auch weglassen können. Leider habe ich für heute keine interessanen Storys zu erzählen... ahh, mmh, doch... da wäre etwas: Und zwar bin ich zwischendurch hoch in mein Hotelzimmer und wollte etwas drüberziehen, aber meine Karte für die Tür ging nicht mehr und ich musste mir von einer Putzfrau kurz aushelfen lassen. Ich hatte dann heute abend mir eine neue Karte geben lassen. Kurioserweise war mir das am Donnerstag schon im anderem Hotel passiert, als ich mir Eis holen wollte. Da war ich übrigens nur in Socken und ungekämmt unterwegs, was mir dann auch einige komische Blicke auf den Weg in die Lobby bescherrt hatte.


Ich spielte also Meervolk, weil es ein gutes Matchup gegen die Feen hat, sowie gegen Rot nach dem Boarden gut dasteht und auch gegen andere Decks nicht wirklich schlecht aussieht (außer zB schwarze Elfen oder einige andere krumme Decks, die sonst noch rumlaufen). Die Liste ist folgende:

  • 4 Cursecatcher
  • 4 Silvergill Adept
  • 4 Lord of Atlantis
  • 4 Merrow Reejery
  • 4 Stonybrook Banneret
  • 2 Sower of Temptation
  • 4 Cryptic Command
  • 4 Ancestral Vision
  • 4 Ponder
  • 3 Sage's Dousing
  • 11 Island
  • 4 Adarkar Wastes
  • 4 Wanderwine Hub
  • 4 Mutavault

Jan und Jim spielten keine Ponder, dafür aber Venser, einen random Sygg und sowas wie Unsommon oder Tideshaper Mystic. Die genaue Liste von ihnen weiß ich aber gerade auch nicht. Übrigens hatte ich Pendlehaven und Fearie Conclave gekickt, da hier erstens zu viele Magus of the Moon rumlaufen (meist Main) und zweitens ich auch 12 1-Drops habe. Zum Sideboard:

  • 2 Sower of Temptation
  • 2 Venser, Shaper Savant
  • 3 Aven Riftwatcher
  • 4 Burrenton Forge-Tender
  • 4 Vendilion Clique

Die zusätzlichen Sower sind gegen nicht-rote Kreaturendecks, die Venser in Matchups, wo die Sower rausgeboardet werden, die Riftwatcher und Forge-Tender gegen die roten Decks. Die Cliquen waren als Secret-Tech gedacht, kamen aber leider nicht zum Einsatz. Ein besserer Ersatz wäre wohl Reivellark, Unsommon, der dritte Venser oder das vierte Dousing gewesen. Rausboarden tut man je nach Matchup die Sower, ein paar Command, Banneret oder die Vision. Jan und Jim boardeten auch oft die Cursecatcher raus, um das Deck zwar langsamer, dafür aber auch in ein starkes Control-Deck zu verwandeln.


Ich spielte gegen:

  1. Ortegas, Andreas mit Burn 2:1
  2. Thaler, Sebastian mit Feen 2:1
  3. Zamora, Nathan mit Burn 1:2
  4. Geiger, Frederic mit Rebellen 1:2
  5. Hanaoka, Toshifumi mit Reivellark 1:2
  6. Barsamian, Yann mit Sligh 2:1
  7. Portales, Paul mit Sligh 1:2
  8. Besso, David mit Kithkin 2:0

(mit Sligh meine ich rote Decks, die mehr Kreaturen spielen, als die Burn-Variante) 

Die Matchups, die ich verlor, waren meist sehr knapp und hätte ich nicht wie fast immer im Lategame schlecht gezogen, wäre ich vielleicht Tag 2. Das Rebellen-Deck (Amrou Scout, Defiant Vanguard, Thoughtseize, Bitterblossom, Mirror Entity, Big Game Hunter, Aven Riftwatcher, Serra Avenger, ...) ist zB eines dieser random schlechten Matchups. Gegen den japanischen Reivellark-Spieler habe ich bestimmt auch einen Fehler gemacht und in unserem langem ersten Spiel den Cryptic Command irgendwie falsch gespielt. Erstaunlicher Weise konnte ich gegen ihn viel Druck auch noch im Lategame aufbauen, ihn aber leider dann doch nicht von seinen letzten 3 Leben befreien. Gegen Kithkins ist es auch nicht gerade einfach, aber wenigstens in diesem letzten Match habe ich gut gezogen.

Morgen werde ich mich wahrscheinlich an einem Shadowmoor Sealed probieren oder eventuell doch noch bisschen einen auf Tourist machen. Ich schlaf einfach drüber und werde sehen, auf was ich Lust habe. Einerseits bräuchte ich Limited Rating, um mich für die Nationals zu qualifizieren, andererseits hat mich der heutige Tag nicht wirklich überzeugt. 

7 Kommentare 24.5.08 05:57, kommentieren

Tag 7 - Toleranz und Party

Heut früh ging es auf nach Hollywood. Ich hatte meine sieben Sachen zusammengepackt, ausgecheckt und mir ein Taxi nach Hollywood geschnappt und schon war ich auch in Kürze am Anfang meines zweiten Teil der Reise. Diese Ecke von Hollywood ist echt schön anzusehen. Hier ein Wolkenkratzer, da ein paar schöne Grünflachen und dort ein Filmstudio. Und zwischendrin noch ein Museum der Toleranz, zu dem ich mich zuerst aufmachte, da an der Sight (dort wo das Magic Turnier stattfindet) zu so früher Stund' noch nichts loswar.


Mein Zimmer ist übrigens recht nobel eingerichtet: Ein Riesen-TV, zwei mit Kissen und Bezügen vollgepackte Betten und ein Bad mit üppiger Ausstattung. Dann noch lederbezogene Stühle und viel zu viele Schränke und Schubladen. Auch gibt es eine Minibar mit Getränken und Snacks, die ich wohl nicht anrühren werde. Zudem noch ein schöner Balkon mit Ausblick auf die Twin Towers des Century Plaza:



Das Museum war sehr modern, aber etwas unpraktisch. Man kommt rein und hat keinen Plan. Keine Kasse, keine Hinweise auf Preise oder sonstige Informationen - nur ein paar telefonierende oder sich unterhaltende Damen hinter einem Tresen. Nach einem kurzen Gespräch erfuhr ich, dass man hier nur halb-stündlich reingelassen wird und man dafür nochmal ca. 10 min eher sich eine Karte holen musste. Gut, dass es gerade 5 vor 12 war. In der Zwischenzeit habe ich einen Rundgang um den Block gemacht, um festzustellen, dass an jedem Einfamilienhaus in der Umgebung des Museums vollgepflastert war mit einem Schild:



Scheinbar hat das Museum keinen all zu guten Ruf bei den Anwohnern. Nun aber zum Inhalt des Museums, denn den konnte ich mir dann schließlich 12.30 angucken. Es besteht aus 3 Teilen. In einem Teil wird der Holocaust behandelt, im zweiten Rassismus und Toleranz in der heutigen Gesellschaft und schließlich im dritten Teil irgendwas mit Familie und Generationen. Man kann bestimmt den ganzen Tag im Museum verbrigen, aber ich beließ es mal beim Holocaust, denn mich interessierte wie die Amis so über das Thema denken und wie sie es beurteilen. Überraschender Weise wurde alles sehr objektiv und strukturiert behandelt auf einer wirklich guten Art, die man hier in Deutschland gar nicht so oft sieht. Zuerst gab es einen Überblick wie die Juden vor dem Holocaust lebten, wie es zum Judenhass kam und wie Hitler ihn parodierte und dann wie er den Holocaust ausführte bis schließlich zu den KZs. Es wurden Einzelerlebnisse geschildert und alles medial und verbal gezeigt und berichtet. Mir fehlte zwar ein bisschen, warum die Deutschen Hitler folgten, denn das wurde nur eher grob angerissen, wobei das doch ein wichtiger Bestandteil ist. Nunja, am Ende musste sogar ein Fräulin, das mit in meiner Gruppe war weinen, so sehr hat sie das berührt. Danach ging ich zu einer kleinen Konferenz, wo eine Ex-KZ-Häftling ihre Lebensgeschichte erzählte. Leider habe ich es schwer mit Namen und kann mich leider nicht mehr genau erinnern, wie sie hieß und welcher Arzt in Auschwitz seine Experimente ausführte. Sie war Ungarin und wurde aus ihrem Heimatland zusammen mit ihrer jüdischen Familie nach Birkenau bei Auschwitz gebracht. Dort verlor sie ihre ganze Familie, kam aber schließlich nach 13 Monaten raus, um in einer Fabrik zu arbeiten. Sie hatte alles sehr genau erzählt, ähnlich wie im Tagebuch von Anne Frank oder wie man es von vielen anderen, die das durchmachten, hört. Sie hatte eine gute moralische Einstellung und lobte sogar das heutige Deutschland, als ich mit ihr darauf zu sprechen kam. Sie hatte übrigens einen Film mit Steven Spielberg gedreht, dessen Name ich natürlich vergessen habe, und konnte durch ihn mit dem obigen angesprochen Arzt ein Gespräch halten, wo sie ihn mit Moralfragen löcherte (ihre Schwester war bei ihm als Versuchskaninchen und wurde danach erschossen). Heute geht sie fast jeden Tag in Schulen, um von den tragischen Ereignissen des Holocaust zu berichten und den Schülern davor zu warnen, wozu Intoleranz und Ignoranz führt. Denn es sei hier angemerkt, dass der Holocaust in Schulen nicht unterrichtet wird und deshalb viele davon keine Ahnung haben. In unserer Konferenzrunde war ich der einzige, dem das alles bekannt war. Insofern hatte sie recht, dass Deutschland in dieser Hinsicht eine gute Figur macht.



Aber kommen wir nun zum Magic-technischen. Nach diesem interessanten Museumsbesuch machte ich mich zur Sight auf, um dort das Metagame (was die anderen Leute so spielen) auszuchecken, denn es wurde ein Turnier ausgetragen, das Last Chance Qualifier, um sich noch einen Platz in der Pro Tour zu sichern. Die meisten spielten Feen und Rote Karten. Ersteres war zu erwarten, zweiteres nicht umbedingt, aber das kann auch daraus resultieren, dass die Local Boys hier in der Gegend leichter an diese Karten rankamen, denn es ist bis auf 4 Karten (Mutavault), die fast jedes Deck spielt, nicht wirklich teuer. Bei den Händlern vor Ort war dementsprechend der Preis für Mutavault bei 40$, das heißt auf gleichem Preis wie Tarmogoyf, gefolgt von Bitterblossom, das jedes Feendeck und auch einige andere spielen, bei 35$. Schnell ausverkauft waren übrigens Rune Snag und Magus of the Moon. Ich habe mich dort mit Jan Ruess und Jim Herold getroffen und wir haben bisschen geplaudert und ich erfuhr, dass wir drei das gleiche Deck vorhaben zu spielen: Meervolk. Schnell kamen noch andere Deutsche und deutsch-sprachige Leute hinzu. Darauf gingen wir zur Players Party. Dort gab es ein reichhaltiges Buffet der feinsten amerikanischen Küche (nagut, Sushi gab es auch noch), an dem sich auch schnell eine lange Schlange bildete. Wir hatten uns gestärkt, geplaudert und uns dann für's Draften entschieden, denn jeder Pro Tour Teilnehmer bekam neben einem T-Shirt noch 3 Boster und einen Ausweis, das man an der Pro Tour teilnimmt. Leider hatte mich Jan schon in der ersten Runde im WG Mirror besiegt. Gewonnen haben den kleinen 8-Mann Draft übrigens zwei Holländer, die sich im Finale für den Preissplit aller gedrafteten Karten entschieden. Diese Art von Spielform ist ähnlich dem Poker. Das Buy-In sind die 3 Booster und der Gewinner bekommt dann alles. Für Unterhaltung sorgten neben den Kellnern, die eine komisch amerikanische Art an den Tag legten, noch eine kleine Band, die von schnellen Rock bis langsamen Irgendwas alles spielten.

5 Kommentare 23.5.08 16:26, kommentieren

Tag 6 - Disneyland

Heute war der letzte Tag meines Los Angeles Urlaub, denn ab morgen werd ich nach Hollywood umziehen und mich dem Magic-Teil meiner Reise widmen. Ich mietete mir bei den VIP Tours eine Fahrt ins Disneyland California. Es ist für mich das erste Mal in einem Disneyland und das zweite Mal in einem so großen Themenpark (gestern war das erste Mal) gewesen. Und dieser Park ist einer der größten der Welt. Er ist in zwei Parks aufgeteilt. Der eine ist der Oldskool Teil mit dem Disneyschloss, einer großen Umzugsparade und noch anderem Zeug und der andere Teil, in dem ich drinnen war, hat alle tollen Atraktionen, die ein Themenpark braucht:



Als erstes machte ich mich auf zu "Screamin'", einer gewöhnlichen Achterbahn mit Looping, scharfen Kurven und hohen Steigungen. Und der Name ist Programm, ohne Rumschreien macht's auch nur weniger Spaß. Danach ging es zum Riesenrad nebenan, um eine schauklige Aussicht über den Park zu bekommen. Um das abzurunden, ging ich anschließend noch zu einem Bienennest, in dem ein Kettenkarussell auf mich wartete.



Und da ich immer noch nicht richtig durchgeschüttelt war, ging ich zu "Grr" (Grizzly River Run), um dort auch noch meine alltägliche Dusche zu bekommen - diesmal blieb aber nicht einmal die linke Seite völlig trocken. Irgendwie ist es Schicksal, dass ich immer der bin, der am nassesten aus dem Boot steigt. Wenigstens diene ich dann als gutes Beispiel, dass man nicht ohne Regencape diese Attraktion besuchen sollte.



Nun ging's Richtung Aladdin, ein Musical. Auf dem Weg nahm ich eine "Wiener" zu mir. Die Amis scheinen unter Wiener aber wohl etwas anderes zu verstehen, denn sie schmeckte eher nach Bockwurst. Bei Aladdin angekommen, bemerkte ich, dass ich noch etwas Zeit hatte für The Twilight Zone: Tower of Horror - ein simpler Aufzug mit Schreckeinlagen und einem eigenartigen Fahrverhalten.



Danach shließlich zu Aladdin: Ein schönes Musical um die Geschichte des Aladdin mit guten Bühnenbildern, Schauspielern und Musikeinlagen. Außerdem erwähnenswert war der Genie, der gute Witze riss. Sei es über American Idol, Findet Nemo oder der Mac-PC-Beziehung. Übrigens gucke ich gerade American Idol und muss sagen, dass Deutschland sucht den Superstar die Show sehr gut kopierte. Das Problem nur, dass die Show nichts Gutes an sich hat (ausgenommen wie sich einige dort lächerlich machen) - so schlecht hätte ich es mir nicht vorgestellt, wenn man bedenkt, dass AI hier mehr gehypt wird als DSDS bei uns.



Mir blieb noch einiges an Zeit, in der ich mich am Zeichnen in der Animation Academy probierte. Unter professioneller Anweisung fertigte man ein Sketch eines der typischen Disney Charaktere an. Ich machte diesen für mich interessanten Kurs gleich zweimal - einmal Minnie und dann Goofy, der mir schließlich etwas besser gelang. Anschließend machte ich mich zu Turtle Talk with Crush auf. Crush ist die Schildkröte aus Findet Nemo ("Hey, dude!" und man konnte ihm Fragen stellen, die er auf seine coole Art und Weise in seinem virtuellem Aquarium beantwortete. War sehr gut gemacht, schließlich musste Crush sich ja immer lustige Antworten einfallen lassen, was ihm auch super gelang. Eine witzige Idee, wie ich fand.



Zum Schluß war die Monsters AG an der Reihe. Eine kurze Fahrt durch die Geschichte des Films, die in einzelnen Räumen mit teils beweglichen Figuren szenenhaft dargestellt wurde. Und schon war der Tag auch wieder um! Morgen geht es dann also nach Hollywood, wo ich hoffentlich durch Scouting (Spionieren) noch paar gute Sideboardslots für mein Deck finde. Achja, ich werde nicht nur über Magic-Dinge bloggen. Sollten irgendwelche Begriffe unklar sein, einfach weiterlesen - sie sind meistens für das Allgemeinverständnis nicht von Belang.

3 Kommentare 22.5.08 15:57, kommentieren

Tag 5 - So werden Filme gemacht...

Ich hatte einen sehr unterhaltsamen Tag und weiß gerade gar nicht, wo ich anfangen soll zu erzählen und welche Bilder ich hochlade. Am besten ich fange von vorne an.


Mein Plan für heute war es die Universal Studios in Hollywood zu besuchen, die weltgrößten Filmstudios. Die Liste von Filmen, die dort gedreht wurden, ist viel zu groß. Dort angekommen bin ich erstmal zu Terminator 2: 3D gegangen, wo ich zum ersten Mal einen 3D Film sah. Wie es jeder kennt, bekommt man für solche Filme eine extra Brille, die auch noch einen anderen Zweck erfüllt, den ich später nenne. Cyberdyne ist ein tolles Unternehmen, das dür die alltägliche Technik sorgt und auch das Programm Skynet entwarf. Skynet ist ein Defensivsystem, das sich nach in Betriebnahme dazu entschied, die Menschen auszurotten. Vielleicht können sich einige noch dunkel an diese fantasievolle Geschichte erinnern. Eine hochrangige Dame dieser Firma sprach zu uns und führte uns einen Werbefilm der Firma vor, bei dem es zu einem Problem kam, denn zwei Rebellen unterbrachen die amüsante Runde und äußerten, das Skynet uns alle vernichten würde. Dann kommt es auch zu besagter Äußerung, so dass man schnell in die Action geworfen wird, wo Terminator und der junge Rebell (keine Ahnung wie der hieß wieder zurück in die Zukunft springen, um dort Skynet zu vernichten. Die ganze Action passierte halb auf der Leinwand und halb im Saal. Durch die 3D-Effekte, Wasserspritzer (zum Glück hatte man eine Brille) und Stuhlwackler fühlt man sich wirklich, als wäre man hautnah dabei gewesen.


Nach diesem autemberaubendem Erlebnis habe ich mir eine Vorstellung angeguckt, wo es sich um die Tier-Stars drehte. Viele von denen waren zB aus dem Film Dolittle und hatten einiges auf dem Kasten. Zuerst kam ein kleiner Vogel auf die Bühne, der sich durch Dollarnoten herbeilocken lässt, sich die Note schnappt und wieder zurück auf die Bühne fliegt - klappt auch mit Master- und Visacard. Dann gab es noch einen Hund, der Spaß daran hatte, irgendwelche Kleidungsstücke herbeizuholen. Unter jenen war auch ein BH, wie ich es schon vorausahnte. Der Witz an der Sache aber war, dass daraufhin ein Affe in Badehandtuch und Omamütze heraustrottete und den BH zurück verlangte. Weitere skurille Tiere wie ein Hündchen, das sich gerne totstellt, oder Tauben mit hoher Darmaktivität waren auch noch dabei.


Danach machte ich mich auf zu Shrek 4D, wo wie auch bei Terminator ein 3D Film mit feuchten und wackligen Einlagen gezeigt wurde. Es ging darum, dass Fiona von Shrek gerettet werden musste, als sie von dem Geist des Ex-Königs entführt wurde. Auch hier war wieder Action pur angesagt und es blieb keine Brille trocken. Nach diesem Erlebnis brauchte ich erstmal einen Snack und holte mir eine Pepperoni-Pizza, die einfach nur hervorragend war - dünner Boden, nicht knusprig, fluffiger Rand, starke gut gemischte Würzung und herzhafte Salami.


Dann war The Simpsons Ride an der Reihe. Hier musste man leider ca. eine halbe Stunde warten, was sonst bei anderen Aktionen nicht der Fall war, da wegen dieser Jahres- und auch Wochenzeit nicht viele Besucher da waren. Der Ride konnte sich dann aber echt sehen lassen. Wieder gewohnte Action pur in einer sehr interessanten Darbietung. Man war nicht wirklich mit einem Ride unterwegs, sondern bekam ähnlich wie in einem Simulator einen Film vorgespielt zu dem sich der Wagen passend bewegte. Viel genauer will ich jetzt auch nicht auf die Hintergrundgeschichte eingehen, da dies wohl hier den Rahmen sprengen würde, aber es war sehr interessant und gut gemacht und bewies, dass es sich lohnt dafür anzustehen.


Anschließend machte ich die Studio Tour, wo einem die Sets und Studios gezeigt wurden. Hier war auch wieder viel Action dabei. So wurde man von King Kong angegriffen und erlebte ein Erdbeben, eine Überschwemmung, einen Haiangriff, Explosionen, fliegende Autos und bestimmt noch was, was mir grad nicht einfällt. Außerdem sah man viele Sets aus dem Wilden Western, Desperate Housewives, ein abgesürztes Flugzeug, aber auch kleinere Einzelheiten wie Müllcontainer, Automaten, Laternen und was sonst alles so nötig ist. Auch Fahrzeuge aus verschiedensten Filmen konnte man begutachten.


Nun war wieder Wasser an der Reihe und der Jurassic Park hatte auch wirklich genug für mich parat. In einem ca. 20 Mann Boot shipperte man im Jurassic Park entlang und bekommt mit, dass hier irgendwas nicht rund läuft. So kommt man von der geplanten Route ab und wird von kleinen Raptoren und großen T-Rex verfolgt, was am Ende dazu führt, dass man 10 Meter in die Tiefe stürzt - mitten ins Wasser. Nun das hatte mich nicht wirklich verwundert, aber geärgert habe ich mich trotzdem, als dann meine ganze rechte Seite nass war, denn ich hatte den guten "Fenster"platz.

Nach dieser Spritztour brauchte ich etwas zum Trocknen und was macht sich besser, als eine rasante Fahrt mit Revenge of the Mumy The Ride. Die Fahrt war zwar kurz, aber für mich wohl das Beste: Man beschleunigt sehr schnell in die Finsternis hinein, wo man in rasanter Achterbahnmarnier durch die Dunkelheit fährt und mal hier und da von Mumien oder anderen Gestalten überrascht wird. Und als wäre das nicht genug macht man die Reise dann noch einmal rückwärts nachdem man abrupt vor einer Sackgasse Halt machte. Kein Wunder, dass dann nach dem Ende der Fahrt kräftig geklatscht wurde, denn das war Action pur im großen Stil.


Nun benötigte ich wieder etwas ruhigeres und zwar ein Blick hinter die Kulissen der Spezialeffekte. Es wurde einem der Bluescreen Effekt gezeigt, wie man blutige Tricks anstellt, Roboter zum Laufen bringt oder Stimmen und Geräusche synchronisiert. Anbei immer einige Aufheiterungen in Form von Geistern, freilaufenden Robotern und flachen amerikanischen Witzen.

Zum Schluss gönnte ich mir noch House of Horros, was mich eher mehr zum Lachen brachte, als zum Schaudern, was mir beim Hinausgehen auch einen schrägen Blick bescherrte. Graf Dracula, einige Mumien und andere halbtote Dinger begegneten einem in den sehr dunklen und labyrinthartigen Gängen.

7 Kommentare 21.5.08 06:16, kommentieren


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