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Tag 1 - Der längste Tag

Als ich durch die Kontrolle war, machte ich mich sofort auf den Weg Richtung Gate und habe mich auch gleich dort hingesetzt, als einziger, anstatt im Vorraum zu warten - so konnte ich wenigstens in Ruhe meinen Harry Potter lesen. Der erste Flug hatte eine halbe Stunde Verspätung, was ich erfuhr, nachdem man mich ausgerufen und mir einen neuen Sitzplatz gegeben hatte. Mir hatte man auch mitgeteilt, dass der Flug an einem anderen Gate startet.

Das Fliegen war schließlich angenehmer, als ich es mir vorstellte. Der Start verlief reibungslos. Ich hatte ein komisches Gefühl, als wir abhoben, aber es war auch irgendwie angenehm, wie man in einem Affenzahn steil in die Luft abhebt und in den Sitz gedrückt wird, und wie die Maschine leicht nach dem Start wackelt und man es im Flugzeug pfeifen hört, als hätte es irgendwo eine undichte Stelle. Der schöne Blick in und über den Wolken rundete das noch gut ab. Ich verstehe auch, dass dann einige ein ungutes Gefühl bekommen, aber mir hat es gefallen - erst recht, weil ich einen Fensterplatz hatte.

In Frankfurt musste ich mit Erstaunen feststellen, dass der Flughafen riesig war. Ich war fast eine halbe Stunde unterwegs bis ich mein Gate fand, an dem ich erstmal sah, dass dort gerade ein anderer Flug abgehandelt wurde. Deshalb hatte ich mir erst einmal etwas zu Essen besorgt, das dort übrigens total überteuert war. Ein Sandwich bekam man für 4€. Ich habe mir eine Bifi Roll für stolze 1,50€ gegönnt. Die Stände dort scheinen gut ihre Lage ausnutzen zu können. Danach hatte ich mir erstmal ein Informationsterminal gesucht, von denen es dort sehr wenige gab. Genauso wenige wie die Anzeigetafeln, wo die Flüge angezeigt werden. Nun, als ich dann einen gefunden hatte, bemerkte ich, dass der Flug eine halbe Stunde Verspätung hatte, aber das war ich ja jetzt schon gewohnt, also platzierte ich mich in der Nähe des Terminals (ein unscheinbarer PC, den man mal schnell übersieht) und wartete dort, denn das Gate an dem der Flug ankommen würde, stand nicht da.

Nach einiger Zeit wurde dann das Gate geöffnet, wo ich gerade saß... und zwar mein Flug nach Los Angeles! So ein Glück, also checkte ich ein und wartete weiter. Gut, dass ich den dicken Wälzer Harry Potter dabei hatte. Unter den anderen Wartetenden kam mir einer recht bekannt vor, aber ich war mir unsicher, ob er wirklich der professionelle Poker-Spieler war, der ihm so ähnlich sah. Ich werde gucken, ob mir der Name einfällt oder ob ich ihn irgendwo finde.

Im Flugzeug lief dann alles recht gut. Man sagte uns, dass wir trotz der Verspätung noch rechtzeitig ankommen werden, und es gibt auch gutes Essen und genug Cola für mich. Außerdem hat man die Möglichkeit zwischen 21 verschiedenen Audio- und 9 Video-Kanälen zu wählen. Das Problem: Das Programm wiederholt sich aller 2 Stunden. Und es gab eine Funktion, wo man sehen kann, wo unser Flugzeug gerade auf der Weltkarte ist. Jetzt (21 Uhr MEZ) sind wir gerade über Grönland und haben -50° Außentemperatur.

Wir mussten zwei tolle Zettel ausfüllen, die wir dann in den Staaten vorzeigen müssen. Dort sollte man ca. 5mal seinen Namen angeben und man wurde gefragt, ob sie terroristische Anschläge planen, irgendwas schmuggeln, Krankheiten einschleppen und all solche Dinger, die auch jeder ankreuzen würde, falls er wirklich diese Dinge tuen würde.

Den Rest des Flugs habe ich Musik gehört und rumgedöst. Wir sind dann gegen 3 MEZ angekommen, was hier 6 PM ist. Der Flug dauerte somit 11 Stunden. Dann angekommen habe ich mich erstmal an zwei andere Deutsche geheftet, die wenigstens schonmal geflogen sind.

Am Los Angeles Flughafen habe ich schließlich noch mehr als eine Stunde mit Warten und Gepäckkontrolle verbracht. Es schien mir, dass es denen sehr unnormal vorkommt, dass ein so junger Student allein LA besucht, ohne Freunde, Familie oder sonstige Bekannten zu besuchen. Einem habe ich sogar genauer erklärt, was ich hier eigentlich vorhabe und wie es dazu kam. Dass jeden einzelnem zu erzählen, war mir dann etwas zu viel und ich habe mit "Vacation" (dt. Urlaub) den Sinn meiner Reise abgekürzt. Bei den Amerikanern scheint ein Mathematikstudium übrigens beachtungsvoller, als hier ein Deutschland. Hierzulande bekommt man eher ein Stöhnen als Antwort, wenn man erzählt, was man studiert.

Danach habe ich mithilfe eines dortigen Beamten schnell ein Taxi gefunden, dass sich aber teuerer heraustellte als erwartet. Fast 60$ musste ich bei der Ankunft bezahlen. Nun sitze ich also im Hotel und habe mich in irgendein ungesichertes WLAN Netz eingeloggt. Hoffentlich bleibt das auch eine Weile für mich verfügbar, denn das Hotel würde 10$ pro Tag für Internet verlangen.

Leider haben jetzt die näheren Einkaufsmöglichkeiten geschlossen. Somit trinke ich erstmal das kalifornische Leitungswasser und werde probieren hier in der Nähe günstig etwas zu Essen zu bekommen. In meinem Zimmer steht eine Mikrowelle. Hoffentlich wird sie mir die Nahrungsbeschaffung in der nächsten Zeit etwas erleichtern.

Dann werde ich wohl eine verdiente Dusche nehmen und mich auf's Ohr hauen. Bilder folgen später oder morgen.

4 Kommentare 17.5.08 05:56, kommentieren



Tag 2 - Am Morgen

Gestern hatte ich also einen ersten Blick in die Stadt Los Angeles gewagt und habe einen kurzen Trip um die Häuser gemacht und mir eine Pizza Margherita reingezogen. Man sagt ja oft, dass die Filme, wie sie zB in Hollywood gedreht werden, das Leben in Amerika verfälschen. Aber ich muss sagen, das stimmt nicht! Vor den Bars hängen so die Gestalten rum, wie man sie aus so einigen Filmen kennt, auf der nächsten Parkbank hat es sich ein Penner mit Einkaufswagen und bunter Decke bequem gemacht und hier und da torkelt jemand herum. Das hat doch schonmal Flair.

Heute werde ich Nahrung jagen und weiter durch Downtown schländern. Hier schonmal die ersten Fotos von gestern:

Die Skyline von Downtown direkt vor der Haustür.

Über den Wolken... 

3 Kommentare 17.5.08 16:07, kommentieren

Tag 2 - Einmal Downtown, bitte!

Mein Plan für heute ist ganz Downtown zu erkunden. Ich war schon im Büro- und Buisnessviertel, sowie in Chinatown. Und ich kann schon jetzt sagen, dass hier einiges los ist. Ich zähle einfach mal so auf, was mir interessantes begegnet ist:

(Bankgebäude)

Zuerst war ich bei Subway frühstücken und dann einkaufen. Die Lebensmittel sind hier übrigens um einiges teurer als bei uns und so genau nehmen es die Kassierer mit den Geld auch nicht. Es wird willkürlich ab- oder aufgerundet, so dass man dort einen Penny geschenkt bekommt und woanders 4 mehr bezahlt. Das scheint hier echt Normalität zu sein. Desweiteren hatte sich an der Kasse ein Schwarzer, von denen ich hier mehr als je in meinem ganzen Leben gesehen habe, lauthals darüber beschwert, wie man mit ihm umsprang, von wegen Rassendiskriminierung.


(Walt Disney Concert Hall)

Was ich auch sehr interessant fand, dass hier so einiges durch die Strassen fährt. Von Hummern, Monstertrucks über Limousinen, Oldtimern bis hin zu getuneten Autos (mit Lachgas!). Aber nicht nur bei den Autos herscht Artenvielfalt. Auch unter den Menschen begegnet man allem möglichen, außer den Stars leider. Sei es der höfliche Bettler, der dir hinterherläuft, die Gangsterrapper, einigen Asiaten, die aussehen, als würden sie der Mafia angehören, oder sonstigen abstrusen Gestalten, die durch die Gegend stolpern, mit dem Kopf an einer Tür lehnen oder einfach nur ihr Geschäft an der (dichtbelaufenen und -befahrenen) Strasse erledigen.


(Die Lachgas Flasche am Fenster, falls der Stau mal wieder länger dauert. Prost!)

In Chinatown schließlich ist man erstmal etwas verwirrt, da am Eingang alles wie überall sonst in der Stadt aussieht, außer dass zwei Goldene Drachen über deinem Kopf quasi die Grenze markieren. Erst weiter im Herzen diesen Viertels begegnen einem die vertrauten asiatischen Bauten und Strassenstände, die alles mögliche verkaufen, was aber alles nicht original ist. Ich habe zwar schon einiges gesehen, was die Asiaten alles verkaufen können, aber in Los Angeles gibt es da noch eine Steigerung. Ein Laden zum Beispiel hat in einer Etage nur Wurzeln zum Verkauf. Ein anderer bietet Felgen an und war dadurch auch sehr gut besucht.

(Sah schon gar nicht schlecht aus, was die Choreografen übten.)

Ich dachte ja immer, dass die Deutschen einen schlechten Musik-Geschmack haben, aber die Amis scheinbar einen mindesens genauso schlechten, denn in einem Laden in Chinatown dröhnte laut Musik einer vertrauten Gruppe... Modern Talking! Und als wäre das nicht genug Anstrengung für die Nerven, nein, vor dem Stand getraut sich sogar einer lauthals mitzusingen.

(Schöne Ecke, nur etwas leer, da leider etwas am Rande von Chinatown gelegen.)

Nächster Stop: Little Tokyo.

5 Kommentare 18.5.08 01:13, kommentieren

Tag 3 - Ein sonniger Sonntag

Das Wetter hier in Los Angeles ist relativ langweilig - Sonne, Sonne und wieder Sonne mit Temperaturen bis zu fast 30° C. Keine einzige Wolke traut sich in den blauen Himmel und wahrscheinlich wird das auch für meinem restlichen Urlaub so bleiben.

Gestern war ich wie angekündigt noch in Little Tokyo. Und der Name ist dort Programm - es ist wirklich sehr klein, weshalb ich dort auch schnell durch war. Ich hatte mir ein Eis beim Italiener gekauft (soviel zu Tokyo) und hatte dann noch eine recht kuriose Person getroffen. Und zwar war ich gerade auf dem Rückweg, als ich einen Typen sah, der sehr verzweifelt durch die Gegend starrte. Als ich dann ein paar Meter weiter an einer Ample Halt machte, hörte ich hinter mir schon ein zartes "Excuse me" und ich dachte mir schon, dass er bestimmt etwas Geld brauchte. Aber als ich mich herumdrehte, guckte er nur noch verzweifelter mich an, wurde langsam rot und begann mit wackliger Stimme mir seine Geschichte zu erzählen. Der arme Mann war hier mit seinem Kumpel im Auto unterwegs. Sein Kumpane baute aber einen Unfall und sitzt jetzt bei der Polizei und wird so schnell nicht mehr das Auto fahren dürfen. Nun hat er aber einen Führerschein und wollte somit das Auto abholen. Sein Problem aber war: Er hatte kein Geld, um sich den Bus dorthin zu leisten. Die Geschichte hört sich etwas unglaubwürdig an, aber er meinte es sehr ernst und ihm war es auch schon sehr peinlich sie mir überhaupt zu erzählen. Ständig guckte er woanders hin und konnte sich überhaupt nicht richtig konzentrieren. Er war schon sehr verzweifelt, wie er da etwas zittrig und mittlerweile knallrot vor mir stand. Ich dachte mir, dass die Bettler hier schon sehr gute Schauspieler sind. Und rein aus dem Grund, dass er das relativ gut rüberbrachte, gab ich ihm für seine schauspielerische Leistung einen 5$ Schein. Falls er wirklich in der verzwickten Situation saß, habe ich wenigstens eine gute Tat vollbracht. Er trollte sich dann langsam davon und ich machte mich wieder auf dem Weg zurück zum Hotel.

Heute werde ich wahrscheinlich den Walk of Fame in Hollywood besuchen und mir das Programm für die nächsten Tage überlegen. Es gibt hier einige Reiseunternehmen, die Busreisen durch die Stadt zu zahlreichen interessanten Schauplätzen anbieten. Vielleicht werde ich mir was schönes raussuchen.

1 Kommentar 18.5.08 16:33, kommentieren

Tag 3 - Zu Fuß durch Hollywood

Zum Glück ist der Walk of Fame direkt an der Metro, somit war ich in Kürze und auch günstig dort. Die Kosten belaufen sich auf ca. 40% einer LVB-Fahrkarte. Dort angelangt weiß man ganz schnell, dass man richtig ist, denn gleich am Ausgang der Metro funkeln einem Sterne mit bekannten Namen entgegen. Auf der anderen Straßenseite ist ein bunt geschmücktes Kino und eine Menge Leute wühlen sich auf dem sogenannten Hollywood Boulevard.

(Denkt euch einen guten Chck Norris Witz an dieser Stelle.)

Ich hatte vor einen Großteil des Walk of Fame abzuklappern, der sich über 18 Blocks erstreckt. Einige Namen, denen man begegnet: Jerry Lewis, Keanu Reeves, Harrison Ford, Nicolas Cage, Pierce Brosnan, Michael J Fox, The Simpsons, Tom Hanks, Chuck Norris, Jonny Depp, Louis Armstrong, Tom Cruise, Donald Duck, Mickey Mouse, Alfred Hitchcock, Queen, Jackie Chan und man kann beliebig so weitermachen. Man konnte auch den Schriftzug von Hollywood sehen. Da ich aber mein Teleobjektiv im Hotel vergessen hatte, muss man ein wenig beim folgendem Bild danach suchen:

Dann war ich zB noch im Virgin Megastore (ein multimedialer Laden, bitte nicht falsch verstehen). Dort musste ich mal wieder feststellen, dass die Amis Freunde deutscher Musikstars sind, denn unter "Neu" sah ich Tokio Hotel - Scream. Haben die den Song neu aufgelegt, in englisch? War sogar im Sonderangebot für nur 10$. Die Preise, die überall angegeben werden, sind ohne Steuern. Um den wahren Preis zu erhalten, muss man immer noch fast 10% draufrechnen. Da kostet der Milchshake statt angegebene 1,99$ eben 2,15$. Ich habe mir in besagtem Laden nicht die tolle TH Scheibe besagt, sondern einen schicken IPod Touch, der sich gerade mit Musik füllt.


Diese eineigen Zwillinge sind nicht die einzigen Gestalten, die einem irgendwie bekannt vorkommen. Desweiteren sah man noch Batman, der wohl seine Catwoman suchte, die mich an anderer Stelle anmiaute. Und als hätte ich es gewusst, Elvis Presley lebt! Und zwar immer noch in seiner Topfigur bevor er seine Karriere beendet hatte. Es gibt also doch einige Stars, die sich in Hollywood auf die Strasse trauen. Und wenn man sie besuchen wollte, konnte man an jeder zweiten Ecke für steuerfreie 2$ eine Karte erwerben, wo alle Häuser der Stars eingezeichnet warwn. Im Hintergrund obigen Bildes sieht man noch, dass der zweite Narnja Film dort gerade angelaufen ist.


Und wer hätte es gedacht, auch der Gourvernator hat sich in der Nähe des Walk of Fame auf eine besondere Weise verewigt. Danach bin ich noch durch einige Strassen gewandert, um festzustellen, dass die Filmstudios keine Gäste empfangen und man nur vor großen Toren steht, die einem nichtmal ein Foto ermöglichen. Hier übrigens ein Auto, dass scheinbar bei einem Stunt nicht ganz so heil davonkam:


Auch in Hollywood ist man vor Bettlern nicht sicher. Sie sind zwar scheinbar höflich, aber in Wirklichkeit haben sie eine eigene Sprache. Hier mal eine kleine Zusammenfassung gebräuchlicher Redewendungen:

How are you? - Hasse mal 'ne Mark?

You don't look rich. - Du siehs't so aus, als hättest du Kleingeld für mich.

I'm homeless. - Ich bin Amerikaner.

I'm hungry. - Ich brauche Alkohol.

Thank you anyways. - Du Geizhals!

You're welcome! - Danke für's Geld, Idiot.

2 Kommentare 19.5.08 07:02, kommentieren

Tag 4 - Montag ist Museumstag

So hatte ich es mir gedacht, aber da war ich nicht der einzige, denn als ich im spanischen Viertel an der Museumsmeile ankam, waren dort Massen an kleinen Kindern. In diesem Sinne habe ich erstmal den Center of Science gemeidet und bin zum historisch nationalem (oder so ähnlich) Museum gegangen, in der Hoffnung, dass sich dort weniger dieser Art befinden. Das war leider nicht der Fall, aber irgendwo musste ich ja mal anfangen.


(Diese Tiefflieger...)

Das erste Museum hatte so den Normalo-Kram, den man sich in jedem Museum eigentlich vorstellt: Ausgestopfte Tiere aus verschiedenen Regionen, alte Fundstücke lägst vergangener Zeiten, viele Glitzersteine und Skelette längst ausgestorbener Tiere. Ich war sehr überrascht, dass das Museum so gut wie alle Funkelsteine, wertvolle Mineralien oder ähnlichen Schnick-Schnack parat hatte. Es gab auch kleine Spielereien, wie zB eine Waage, die das Gewicht deiner Knochen misst. Bei mir waren es 23lbs, mehr als 3 Kinder, die vor mir da drauf waren. Heißt das etwa, dass ich dick an Knochen bin?


(Coole Frisur) 

Aber wenn wir gerade bei Knochen sind... Ich ging dann also zurück in das Wissenschaftscenter, um meinem eigentlich Anliegen nachzugehen, denn dort war die "Body Worlds 3" Ausstellung. Leider waren Fotoapparate deutlich verboten. Ich hätte zu gern mehr als 100 Fotos von der Ausstellung gemacht. Wer die Body Worlds nicht kennt, bekommt jetzt eine lange und ausführliche Beschreibung. In dieser Ausstellung wird einem der menschliche Körper näher ans Herz gebracht und zwar auf eine für manche vielleicht auch ekelhafte Weise. Nicht nur, dass alle menschlichen Ausstellungsstücke nackt und tod sind, nein, bei fast allen wurde auch die Haut und zum Teil einige Innereien entfernt. So konnte man viele zurechtgeschnittene Körper in den spannendsten Situationen erleben. Hier waren sie meistens bei sportlichen Aktivitäten zu sehen. So sieht man zB einen Hürdenspringer wie er gerade eine Hürde nimmt. In dieser Position kann man gut die angespannten Muskeln, die dort offen gelegt wurden, erkennen. An anderer Stelle wurde einem gezeigt, wie bei einer an verschiedensten Stellen Gelenke medizintechnisch ersetzt oder Brüche geschient wurden. Auch etliche kleine Aussellungsstücke konnte man begutachten. So sah man eine Raucherlunge, diverse Tumore im Gehirn, Darm oder sonstwo, sowie Krebs. Auch ein Loch im Herzen wurde zusammen mit dem medizinischen Gerät, um der Krankheit entgegenzuwirken, ausgestellt. Erst recht gefielen mir die Modelle der Arterien von einigen Organen oder Körperteilen. Es muss eine ganz schöne Arbeit gewesen sein, um einen Kopf so zurechtzuschneiden, dass nur die Blutbahnen übrig bleiben, die ein sehr verzwicktes Netz bilden. Die Länge der Arterien eines jeden Menschen reicht zweimal um die Welt, um das mal ein bisschen mehr zu verdeutlichen. Schön war es auch zu sehen, wie Organe oder sogar ein ganzer Mensch in Schichten zerteilt wurde (vergleichbar mit einem Brot, dass man in Scheiben schneidet).


(Ob das Netz hält?)

Danach hab ich mir den Rest des Centers noch angeguckt, das ganz hübsch gemacht war. Man konnte an vielen Stellen selbst Hand anlegen. Die Themen waren zB Transport, Optik, Erdbeben oder Hören. So konnte man ein Erdbeben miterleben, Aerodynamik im Windkanal testen, sich über längerer Distanz per Geflüster unterhalten usw. Dann war ich noch bei Mc Donalds, zu dem ich auch noch ein Wort verlieren wollte: Und zwar kann man dort, wie es auch hierzulande langsam Mode wurde, sich am Getränkehahn selbst bedienen. Dies ist dort erst recht praktisch, weil es 1. unangenehm warm ist und 2. man den Becher auf dem Weg zum nächsten Mc Donalds austrinken kann, wo man ihn dort dann wieder auffüllen kann. Das ist deswegen sehr praktisch, da 3 Liter Wasser am Tag hier doch zu wenig sind. Was auch gut ist, ist, dass man Wasser immer kostenlos bekommt. Es gibt Wasserspender vor den meisten Klos und in einigen Restaurants oder einfach kostenlos dazu, wenn man etwas bestellt. Ein guter Tipp: Immer eine Wasserflasche dabei haben und gegebenfalls an Ort und Stelle auffüllen.

(Sogar ich konnte den Pick up hebe(l)n!)

Hier laufen übrigens einige Leute mit iPod oder iPhone rum. Die, die das nicht tun, haben dafür eine Plastik-Bierflasche und ständige Bereitschaft zur Unterhaltung, um irgendwie an Geld zu kommen, denn die Flasche ist ja auch irgendwann mal alle. Meine nächsten zwei Tage werde ich übrigens (hoffentlich) mit Universal Studios und Disneyland füllen. Seid also gespannt auf T-Rex, Shrek, Mickey Mouse und sonstigen Monstern!

20.5.08 02:35, kommentieren

Tag 5 - So werden Filme gemacht...

Ich hatte einen sehr unterhaltsamen Tag und weiß gerade gar nicht, wo ich anfangen soll zu erzählen und welche Bilder ich hochlade. Am besten ich fange von vorne an.


Mein Plan für heute war es die Universal Studios in Hollywood zu besuchen, die weltgrößten Filmstudios. Die Liste von Filmen, die dort gedreht wurden, ist viel zu groß. Dort angekommen bin ich erstmal zu Terminator 2: 3D gegangen, wo ich zum ersten Mal einen 3D Film sah. Wie es jeder kennt, bekommt man für solche Filme eine extra Brille, die auch noch einen anderen Zweck erfüllt, den ich später nenne. Cyberdyne ist ein tolles Unternehmen, das dür die alltägliche Technik sorgt und auch das Programm Skynet entwarf. Skynet ist ein Defensivsystem, das sich nach in Betriebnahme dazu entschied, die Menschen auszurotten. Vielleicht können sich einige noch dunkel an diese fantasievolle Geschichte erinnern. Eine hochrangige Dame dieser Firma sprach zu uns und führte uns einen Werbefilm der Firma vor, bei dem es zu einem Problem kam, denn zwei Rebellen unterbrachen die amüsante Runde und äußerten, das Skynet uns alle vernichten würde. Dann kommt es auch zu besagter Äußerung, so dass man schnell in die Action geworfen wird, wo Terminator und der junge Rebell (keine Ahnung wie der hieß wieder zurück in die Zukunft springen, um dort Skynet zu vernichten. Die ganze Action passierte halb auf der Leinwand und halb im Saal. Durch die 3D-Effekte, Wasserspritzer (zum Glück hatte man eine Brille) und Stuhlwackler fühlt man sich wirklich, als wäre man hautnah dabei gewesen.


Nach diesem autemberaubendem Erlebnis habe ich mir eine Vorstellung angeguckt, wo es sich um die Tier-Stars drehte. Viele von denen waren zB aus dem Film Dolittle und hatten einiges auf dem Kasten. Zuerst kam ein kleiner Vogel auf die Bühne, der sich durch Dollarnoten herbeilocken lässt, sich die Note schnappt und wieder zurück auf die Bühne fliegt - klappt auch mit Master- und Visacard. Dann gab es noch einen Hund, der Spaß daran hatte, irgendwelche Kleidungsstücke herbeizuholen. Unter jenen war auch ein BH, wie ich es schon vorausahnte. Der Witz an der Sache aber war, dass daraufhin ein Affe in Badehandtuch und Omamütze heraustrottete und den BH zurück verlangte. Weitere skurille Tiere wie ein Hündchen, das sich gerne totstellt, oder Tauben mit hoher Darmaktivität waren auch noch dabei.


Danach machte ich mich auf zu Shrek 4D, wo wie auch bei Terminator ein 3D Film mit feuchten und wackligen Einlagen gezeigt wurde. Es ging darum, dass Fiona von Shrek gerettet werden musste, als sie von dem Geist des Ex-Königs entführt wurde. Auch hier war wieder Action pur angesagt und es blieb keine Brille trocken. Nach diesem Erlebnis brauchte ich erstmal einen Snack und holte mir eine Pepperoni-Pizza, die einfach nur hervorragend war - dünner Boden, nicht knusprig, fluffiger Rand, starke gut gemischte Würzung und herzhafte Salami.


Dann war The Simpsons Ride an der Reihe. Hier musste man leider ca. eine halbe Stunde warten, was sonst bei anderen Aktionen nicht der Fall war, da wegen dieser Jahres- und auch Wochenzeit nicht viele Besucher da waren. Der Ride konnte sich dann aber echt sehen lassen. Wieder gewohnte Action pur in einer sehr interessanten Darbietung. Man war nicht wirklich mit einem Ride unterwegs, sondern bekam ähnlich wie in einem Simulator einen Film vorgespielt zu dem sich der Wagen passend bewegte. Viel genauer will ich jetzt auch nicht auf die Hintergrundgeschichte eingehen, da dies wohl hier den Rahmen sprengen würde, aber es war sehr interessant und gut gemacht und bewies, dass es sich lohnt dafür anzustehen.


Anschließend machte ich die Studio Tour, wo einem die Sets und Studios gezeigt wurden. Hier war auch wieder viel Action dabei. So wurde man von King Kong angegriffen und erlebte ein Erdbeben, eine Überschwemmung, einen Haiangriff, Explosionen, fliegende Autos und bestimmt noch was, was mir grad nicht einfällt. Außerdem sah man viele Sets aus dem Wilden Western, Desperate Housewives, ein abgesürztes Flugzeug, aber auch kleinere Einzelheiten wie Müllcontainer, Automaten, Laternen und was sonst alles so nötig ist. Auch Fahrzeuge aus verschiedensten Filmen konnte man begutachten.


Nun war wieder Wasser an der Reihe und der Jurassic Park hatte auch wirklich genug für mich parat. In einem ca. 20 Mann Boot shipperte man im Jurassic Park entlang und bekommt mit, dass hier irgendwas nicht rund läuft. So kommt man von der geplanten Route ab und wird von kleinen Raptoren und großen T-Rex verfolgt, was am Ende dazu führt, dass man 10 Meter in die Tiefe stürzt - mitten ins Wasser. Nun das hatte mich nicht wirklich verwundert, aber geärgert habe ich mich trotzdem, als dann meine ganze rechte Seite nass war, denn ich hatte den guten "Fenster"platz.

Nach dieser Spritztour brauchte ich etwas zum Trocknen und was macht sich besser, als eine rasante Fahrt mit Revenge of the Mumy The Ride. Die Fahrt war zwar kurz, aber für mich wohl das Beste: Man beschleunigt sehr schnell in die Finsternis hinein, wo man in rasanter Achterbahnmarnier durch die Dunkelheit fährt und mal hier und da von Mumien oder anderen Gestalten überrascht wird. Und als wäre das nicht genug macht man die Reise dann noch einmal rückwärts nachdem man abrupt vor einer Sackgasse Halt machte. Kein Wunder, dass dann nach dem Ende der Fahrt kräftig geklatscht wurde, denn das war Action pur im großen Stil.


Nun benötigte ich wieder etwas ruhigeres und zwar ein Blick hinter die Kulissen der Spezialeffekte. Es wurde einem der Bluescreen Effekt gezeigt, wie man blutige Tricks anstellt, Roboter zum Laufen bringt oder Stimmen und Geräusche synchronisiert. Anbei immer einige Aufheiterungen in Form von Geistern, freilaufenden Robotern und flachen amerikanischen Witzen.

Zum Schluss gönnte ich mir noch House of Horros, was mich eher mehr zum Lachen brachte, als zum Schaudern, was mir beim Hinausgehen auch einen schrägen Blick bescherrte. Graf Dracula, einige Mumien und andere halbtote Dinger begegneten einem in den sehr dunklen und labyrinthartigen Gängen.

7 Kommentare 21.5.08 06:16, kommentieren


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