Tag 1 - Der längste Tag

Als ich durch die Kontrolle war, machte ich mich sofort auf den Weg Richtung Gate und habe mich auch gleich dort hingesetzt, als einziger, anstatt im Vorraum zu warten - so konnte ich wenigstens in Ruhe meinen Harry Potter lesen. Der erste Flug hatte eine halbe Stunde Verspätung, was ich erfuhr, nachdem man mich ausgerufen und mir einen neuen Sitzplatz gegeben hatte. Mir hatte man auch mitgeteilt, dass der Flug an einem anderen Gate startet.

Das Fliegen war schließlich angenehmer, als ich es mir vorstellte. Der Start verlief reibungslos. Ich hatte ein komisches Gefühl, als wir abhoben, aber es war auch irgendwie angenehm, wie man in einem Affenzahn steil in die Luft abhebt und in den Sitz gedrückt wird, und wie die Maschine leicht nach dem Start wackelt und man es im Flugzeug pfeifen hört, als hätte es irgendwo eine undichte Stelle. Der schöne Blick in und über den Wolken rundete das noch gut ab. Ich verstehe auch, dass dann einige ein ungutes Gefühl bekommen, aber mir hat es gefallen - erst recht, weil ich einen Fensterplatz hatte.

In Frankfurt musste ich mit Erstaunen feststellen, dass der Flughafen riesig war. Ich war fast eine halbe Stunde unterwegs bis ich mein Gate fand, an dem ich erstmal sah, dass dort gerade ein anderer Flug abgehandelt wurde. Deshalb hatte ich mir erst einmal etwas zu Essen besorgt, das dort übrigens total überteuert war. Ein Sandwich bekam man für 4€. Ich habe mir eine Bifi Roll für stolze 1,50€ gegönnt. Die Stände dort scheinen gut ihre Lage ausnutzen zu können. Danach hatte ich mir erstmal ein Informationsterminal gesucht, von denen es dort sehr wenige gab. Genauso wenige wie die Anzeigetafeln, wo die Flüge angezeigt werden. Nun, als ich dann einen gefunden hatte, bemerkte ich, dass der Flug eine halbe Stunde Verspätung hatte, aber das war ich ja jetzt schon gewohnt, also platzierte ich mich in der Nähe des Terminals (ein unscheinbarer PC, den man mal schnell übersieht) und wartete dort, denn das Gate an dem der Flug ankommen würde, stand nicht da.

Nach einiger Zeit wurde dann das Gate geöffnet, wo ich gerade saß... und zwar mein Flug nach Los Angeles! So ein Glück, also checkte ich ein und wartete weiter. Gut, dass ich den dicken Wälzer Harry Potter dabei hatte. Unter den anderen Wartetenden kam mir einer recht bekannt vor, aber ich war mir unsicher, ob er wirklich der professionelle Poker-Spieler war, der ihm so ähnlich sah. Ich werde gucken, ob mir der Name einfällt oder ob ich ihn irgendwo finde.

Im Flugzeug lief dann alles recht gut. Man sagte uns, dass wir trotz der Verspätung noch rechtzeitig ankommen werden, und es gibt auch gutes Essen und genug Cola für mich. Außerdem hat man die Möglichkeit zwischen 21 verschiedenen Audio- und 9 Video-Kanälen zu wählen. Das Problem: Das Programm wiederholt sich aller 2 Stunden. Und es gab eine Funktion, wo man sehen kann, wo unser Flugzeug gerade auf der Weltkarte ist. Jetzt (21 Uhr MEZ) sind wir gerade über Grönland und haben -50° Außentemperatur.

Wir mussten zwei tolle Zettel ausfüllen, die wir dann in den Staaten vorzeigen müssen. Dort sollte man ca. 5mal seinen Namen angeben und man wurde gefragt, ob sie terroristische Anschläge planen, irgendwas schmuggeln, Krankheiten einschleppen und all solche Dinger, die auch jeder ankreuzen würde, falls er wirklich diese Dinge tuen würde.

Den Rest des Flugs habe ich Musik gehört und rumgedöst. Wir sind dann gegen 3 MEZ angekommen, was hier 6 PM ist. Der Flug dauerte somit 11 Stunden. Dann angekommen habe ich mich erstmal an zwei andere Deutsche geheftet, die wenigstens schonmal geflogen sind.

Am Los Angeles Flughafen habe ich schließlich noch mehr als eine Stunde mit Warten und Gepäckkontrolle verbracht. Es schien mir, dass es denen sehr unnormal vorkommt, dass ein so junger Student allein LA besucht, ohne Freunde, Familie oder sonstige Bekannten zu besuchen. Einem habe ich sogar genauer erklärt, was ich hier eigentlich vorhabe und wie es dazu kam. Dass jeden einzelnem zu erzählen, war mir dann etwas zu viel und ich habe mit "Vacation" (dt. Urlaub) den Sinn meiner Reise abgekürzt. Bei den Amerikanern scheint ein Mathematikstudium übrigens beachtungsvoller, als hier ein Deutschland. Hierzulande bekommt man eher ein Stöhnen als Antwort, wenn man erzählt, was man studiert.

Danach habe ich mithilfe eines dortigen Beamten schnell ein Taxi gefunden, dass sich aber teuerer heraustellte als erwartet. Fast 60$ musste ich bei der Ankunft bezahlen. Nun sitze ich also im Hotel und habe mich in irgendein ungesichertes WLAN Netz eingeloggt. Hoffentlich bleibt das auch eine Weile für mich verfügbar, denn das Hotel würde 10$ pro Tag für Internet verlangen.

Leider haben jetzt die näheren Einkaufsmöglichkeiten geschlossen. Somit trinke ich erstmal das kalifornische Leitungswasser und werde probieren hier in der Nähe günstig etwas zu Essen zu bekommen. In meinem Zimmer steht eine Mikrowelle. Hoffentlich wird sie mir die Nahrungsbeschaffung in der nächsten Zeit etwas erleichtern.

Dann werde ich wohl eine verdiente Dusche nehmen und mich auf's Ohr hauen. Bilder folgen später oder morgen.

17.5.08 05:56

Werbung


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Felix (17.5.08 11:38)
Ich bin begeistert - schreib mehr, ich mag Reiseberichte =D Lass es dir gut gehen und damit meine ich nicht, dass du 'Allahu Akbar' schreiend durch die Straßen rennst^^


Bine (17.5.08 16:29)
hört sich interessant an, ich komm dich mal besuchen :D


Henni / Website (17.5.08 22:55)
Mario,Christoph und ich wollen wissen ob du dennangekreuzt hast,dass du Terrorist bist,Krankheiten einschmuggelst und Mitglied der NSDAP bist^^

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen

Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung