Tag 7 - Toleranz und Party

Heut früh ging es auf nach Hollywood. Ich hatte meine sieben Sachen zusammengepackt, ausgecheckt und mir ein Taxi nach Hollywood geschnappt und schon war ich auch in Kürze am Anfang meines zweiten Teil der Reise. Diese Ecke von Hollywood ist echt schön anzusehen. Hier ein Wolkenkratzer, da ein paar schöne Grünflachen und dort ein Filmstudio. Und zwischendrin noch ein Museum der Toleranz, zu dem ich mich zuerst aufmachte, da an der Sight (dort wo das Magic Turnier stattfindet) zu so früher Stund' noch nichts loswar.


Mein Zimmer ist übrigens recht nobel eingerichtet: Ein Riesen-TV, zwei mit Kissen und Bezügen vollgepackte Betten und ein Bad mit üppiger Ausstattung. Dann noch lederbezogene Stühle und viel zu viele Schränke und Schubladen. Auch gibt es eine Minibar mit Getränken und Snacks, die ich wohl nicht anrühren werde. Zudem noch ein schöner Balkon mit Ausblick auf die Twin Towers des Century Plaza:



Das Museum war sehr modern, aber etwas unpraktisch. Man kommt rein und hat keinen Plan. Keine Kasse, keine Hinweise auf Preise oder sonstige Informationen - nur ein paar telefonierende oder sich unterhaltende Damen hinter einem Tresen. Nach einem kurzen Gespräch erfuhr ich, dass man hier nur halb-stündlich reingelassen wird und man dafür nochmal ca. 10 min eher sich eine Karte holen musste. Gut, dass es gerade 5 vor 12 war. In der Zwischenzeit habe ich einen Rundgang um den Block gemacht, um festzustellen, dass an jedem Einfamilienhaus in der Umgebung des Museums vollgepflastert war mit einem Schild:



Scheinbar hat das Museum keinen all zu guten Ruf bei den Anwohnern. Nun aber zum Inhalt des Museums, denn den konnte ich mir dann schließlich 12.30 angucken. Es besteht aus 3 Teilen. In einem Teil wird der Holocaust behandelt, im zweiten Rassismus und Toleranz in der heutigen Gesellschaft und schließlich im dritten Teil irgendwas mit Familie und Generationen. Man kann bestimmt den ganzen Tag im Museum verbrigen, aber ich beließ es mal beim Holocaust, denn mich interessierte wie die Amis so über das Thema denken und wie sie es beurteilen. Überraschender Weise wurde alles sehr objektiv und strukturiert behandelt auf einer wirklich guten Art, die man hier in Deutschland gar nicht so oft sieht. Zuerst gab es einen Überblick wie die Juden vor dem Holocaust lebten, wie es zum Judenhass kam und wie Hitler ihn parodierte und dann wie er den Holocaust ausführte bis schließlich zu den KZs. Es wurden Einzelerlebnisse geschildert und alles medial und verbal gezeigt und berichtet. Mir fehlte zwar ein bisschen, warum die Deutschen Hitler folgten, denn das wurde nur eher grob angerissen, wobei das doch ein wichtiger Bestandteil ist. Nunja, am Ende musste sogar ein Fräulin, das mit in meiner Gruppe war weinen, so sehr hat sie das berührt. Danach ging ich zu einer kleinen Konferenz, wo eine Ex-KZ-Häftling ihre Lebensgeschichte erzählte. Leider habe ich es schwer mit Namen und kann mich leider nicht mehr genau erinnern, wie sie hieß und welcher Arzt in Auschwitz seine Experimente ausführte. Sie war Ungarin und wurde aus ihrem Heimatland zusammen mit ihrer jüdischen Familie nach Birkenau bei Auschwitz gebracht. Dort verlor sie ihre ganze Familie, kam aber schließlich nach 13 Monaten raus, um in einer Fabrik zu arbeiten. Sie hatte alles sehr genau erzählt, ähnlich wie im Tagebuch von Anne Frank oder wie man es von vielen anderen, die das durchmachten, hört. Sie hatte eine gute moralische Einstellung und lobte sogar das heutige Deutschland, als ich mit ihr darauf zu sprechen kam. Sie hatte übrigens einen Film mit Steven Spielberg gedreht, dessen Name ich natürlich vergessen habe, und konnte durch ihn mit dem obigen angesprochen Arzt ein Gespräch halten, wo sie ihn mit Moralfragen löcherte (ihre Schwester war bei ihm als Versuchskaninchen und wurde danach erschossen). Heute geht sie fast jeden Tag in Schulen, um von den tragischen Ereignissen des Holocaust zu berichten und den Schülern davor zu warnen, wozu Intoleranz und Ignoranz führt. Denn es sei hier angemerkt, dass der Holocaust in Schulen nicht unterrichtet wird und deshalb viele davon keine Ahnung haben. In unserer Konferenzrunde war ich der einzige, dem das alles bekannt war. Insofern hatte sie recht, dass Deutschland in dieser Hinsicht eine gute Figur macht.



Aber kommen wir nun zum Magic-technischen. Nach diesem interessanten Museumsbesuch machte ich mich zur Sight auf, um dort das Metagame (was die anderen Leute so spielen) auszuchecken, denn es wurde ein Turnier ausgetragen, das Last Chance Qualifier, um sich noch einen Platz in der Pro Tour zu sichern. Die meisten spielten Feen und Rote Karten. Ersteres war zu erwarten, zweiteres nicht umbedingt, aber das kann auch daraus resultieren, dass die Local Boys hier in der Gegend leichter an diese Karten rankamen, denn es ist bis auf 4 Karten (Mutavault), die fast jedes Deck spielt, nicht wirklich teuer. Bei den Händlern vor Ort war dementsprechend der Preis für Mutavault bei 40$, das heißt auf gleichem Preis wie Tarmogoyf, gefolgt von Bitterblossom, das jedes Feendeck und auch einige andere spielen, bei 35$. Schnell ausverkauft waren übrigens Rune Snag und Magus of the Moon. Ich habe mich dort mit Jan Ruess und Jim Herold getroffen und wir haben bisschen geplaudert und ich erfuhr, dass wir drei das gleiche Deck vorhaben zu spielen: Meervolk. Schnell kamen noch andere Deutsche und deutsch-sprachige Leute hinzu. Darauf gingen wir zur Players Party. Dort gab es ein reichhaltiges Buffet der feinsten amerikanischen Küche (nagut, Sushi gab es auch noch), an dem sich auch schnell eine lange Schlange bildete. Wir hatten uns gestärkt, geplaudert und uns dann für's Draften entschieden, denn jeder Pro Tour Teilnehmer bekam neben einem T-Shirt noch 3 Boster und einen Ausweis, das man an der Pro Tour teilnimmt. Leider hatte mich Jan schon in der ersten Runde im WG Mirror besiegt. Gewonnen haben den kleinen 8-Mann Draft übrigens zwei Holländer, die sich im Finale für den Preissplit aller gedrafteten Karten entschieden. Diese Art von Spielform ist ähnlich dem Poker. Das Buy-In sind die 3 Booster und der Gewinner bekommt dann alles. Für Unterhaltung sorgten neben den Kellnern, die eine komisch amerikanische Art an den Tag legten, noch eine kleine Band, die von schnellen Rock bis langsamen Irgendwas alles spielten.

23.5.08 16:26

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bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Peter (23.5.08 17:02)
Der Spielberg-Film ist "Schindlers Liste" von 1993, denk ich mal ..


Farid (23.5.08 22:23)
Gogogo Benny!

Mach den Nassif!


Andreas (23.5.08 23:00)
weiter so , lese immer noch mit ^^


él Mario (23.5.08 23:23)
Mono R wundert mich übrigens gar nicht.. 1. hat Evan Erwin damit auf dem Starcitygames Turnier gut abgeschnitten, was dazu führt, dass ganz Amiland auf das Deck aufmerksam wird, und 2. hat vermutlich kein Deck ein so gutes Feen-matchup... Man kann auch jedes Matchup gewinnen, ausser vielleicht Reveilark, was bei dem Feenmeta aber eine schlecht Wahl ist.

Meerfolk ist aber ne prima Wahl in dem Meta, womöglich sogar die beste. Postest du bei Gelegenheit die Decklist?

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